Behandlungsablauf (Beispiel)

PaulAnhand des „Therapiekindes Paul” möchten wir hier kurz darstellen, wie eine ergotherapeutische Behandlungssequenz in unserer Praxis aussehen kann.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich diese Darstellung auf die Arbeitsweise in unserer Praxis bezieht und auch bei uns im Einzelfall immer davon abweichen kann. Die kurzen Ausführungen sollen Ihnen nur einen Eindruck vermitteln, wie eine Ergotherapie in unserer Praxis ablaufen kann.

Wir haben für die folgenden Ausführungen „klassische” Kriterien die aus unseren Erfahrungen eine ergotherapeutische Förderung sinnvoll machen, herangezogen. Abweichend hiervon können natürlich auch andere Gründe, zum Beispiel auch bei Schulkindern, eine Ergotherapie sinnvoll werden lassen.

Bei Fragen hierzu nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf oder Fragen Sie den Arzt des Kindes, die ErzieherIn oder die LehrerIn.

Telefonische Anmeldung

Im Februar meldet die Mutter Paul telefonisch zur Ergotherapie an.

Auf Nachfrage werden folgende Angaben gemacht:

Mutter
  • Paul ist 5,7 Jahre alt (er wird im August 6 Jahre)
  • Er habe Probleme mit der Feinmotorik, mit dem Schneiden und er male nicht gerne.
  • Fahrrad fahren habe er spät gelernt
  • Beim Turnen im Kindergarten ist er nach Aussage der Erzieherinnen eher zurückhaltend
  • Im Stuhlkreis störe er immer wieder, auch könne er nicht lange am Tisch arbeiten
  • Die Erzieherinnen hatten schon vor ca. 6 Monaten eine ergotherapeutische Abklärung empfohlen
  • Auch zu Hause sei es zum Teil schwer, Paul zu motivieren
  • Jetzt mache sich die Mutter Sorgen, vor allem auch im Bezug auf die bevorstehende Einschulung (oder auch Rückstellung)
  • Der Kinderarzt habe jetzt ein Rezept über 10x Ergotherapie ausgestellt

Erstgespräch

Kind springt auf Trampolin
  • Nach einem Erstgespräch mit der Mutter kommt, ca. drei Wochen nach der telefonischen Anmeldung, Paul zum ersten mal zur Ergotherapie
  • In der ersten Stunde macht Paul das Kontrollbild zur graphomotorischen Entwicklung und evtl. ein Haus - Baum - Mensch - Bild
  • Am Ende der Stunde springt Paul noch auf dem Trampolin

Diagnostik - Feststellung des Entwicklungsstandes bei Paul

  • In den nächsten Ergotherapiestunden wird bei Paul eine eingehende Diagnostik des Entwicklungstandes durchgeführt
  • Dabei geht es nicht nur um die Feststellung der Defizite, sondern vor allem auch um Pauls Fähigkeiten
  • Bei der Durchführung der Diagnostik ist es wichtig Paul nicht zu überfordern. Vielmehr geht es darum, Paul dazu zu motivieren, zu zeigen was er kann.
  • Wenn mit Paul die einzelnen diagnostischen Verfahren nicht direkt nacheinander durchgeführt werden können, z.B. weil Paul’s Motivation hierfür nicht ausreicht, wird die Diagnostik immer wieder unterbrochen. Auch deshalb kann die Diagnostik, aus unserer Sicht, nicht innerhalb von 2 bis 3 Therapieeinheiten durchgeführt werden.

FamilieIm Anschluss an die Diagnostik wird mit Paul eine individuell angepasste Therapie gestaltet. Wichtig hierbei ist es, dass Paul die Möglichkeit hat, auf spielerische Weise und aufgrund der Erfolgserlebnisse neue Problemlösungsstrategien zu erarbeiten. Hierdurch gelangt er auf ein höheres Entwicklungsniveau. Er kann seine Fähigkeiten besser entfalten.

Im Laufe der ersten 10 bis 15 Behandlungen, bei Bedarf unbedingt auch schon früher, wird ein beratendes Elterngespräch durchgeführt. Hierbei geht neben den Erläuterungen zur durchgeführten Diagnostik auch um die Planung des weiteren Vorgehens und, bei Bedarf, auch um den Aufbau einer engen Kooperation mit anderen beteiligten Personen.

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